Bop´n Rumble, Street Hassle, Bad Street Brawler oder Oma Schreck (ja, wirklich) – ein Spiel mit unterschiedlichen Identitäten. Und das wortwörtlich, da nicht nur der Titel an die jeweilige Region bzw. das System angepasst wurde.

Während ihr bei der mir vorliegenden Commodore64 Variante den Hulk-Hogan Look Alike Wrestler Gorgeous George spielt, bekam er bei Street Hassle eine Sonnenbrille und eine Rasur. Für Bad Street Brawler wurde er auf Duke Davis umgetauft. Auf dem Specci und Amiga bekam er schwarze Haare und die NES Version….nun ja….verlieren wir am Besten kein Wort darüber. Nein, wirklich. Mit Zensur verunstaltet, viel zu schnell und im Funktionsumfang beschnitten, sofern man keinen Power-Glove sein Eigen nennen durfte. Daher wollen wir uns auf die C64 Version konzentrieren, welche jedoch auch ihre Schwächen hat.

Bildschirmfoto 2017 07 21 um 17.21.26 - Bop´ n Rumble (C64, 1987)
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Brecht ihm die Beine!

Was (bis auf die NES-Version) alle Varianten gemeinsam haben, ist das „behutsame Umgehen“ mit bestimmten Bevölkerungsgruppen. Was ich damit meine? Neben Gegnern wie Breakdancer, Gorillas, Motorradfahrer und dem obligatorischen Fettsack (kommt ja nicht auf die Idee, ihn werfen zu wollen), sind eure Gegner sehbehinderte Rentner, Omas und der stereotype schwarze Basketballspieler. Neue Energie bekommt ihr von einem kleinwüchsigen Dealer, welcher euch jedoch auch schon mal statt einem Energieherz eine Bombe überreichen kann.

Story ist genauso viel vorhanden wie political correctness: Am Heimweg nach dem Training schlendern wir nichts Böses ahnend die Straße entlang, als plötzlich aus unbekanntem Grund jeder auf uns einprügeln will. Klingt doch logisch, oder? Ist doch jeden schon mal so gegangen…

Während der beleibte Herr in blau nicht geworfen werden kann, bewirft euch der Basketballspieler mit seinem Basketball.
Während der beleibte Herr in blau nicht geworfen werden kann, bewirft euch der Basketballspieler mit seinem Basketball.

Ein Oma-nado!

Nicht nur die Gegner sollen in den einzelnen Stages für Abwechslung sorgen – auch das Züchtigungsrepertoire unseres „Protagonisten“ ändert sich von Level zu Level. Mal könnt ihr einen Sprungkick durchführen, mal die Widersacher im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft wirbeln oder (mein Lieblingsmove) den Feind ungespitzt in den Boden rammen. Mit manchen Special Moves könnt ihr den Gegnern die komplette Energie nehmen, dafür dauert deren Durchführung etwas. Neben den 2 wechselnden Special Moves, habt ihr ebenfalls einen Leg-Sweep drauf. Mittels Feuerknopf und hinunter (die Kampfsteuerung ist ähnlich der von Last Ninja) zieht ihr den Gegnern die Beine mit der Hand weg. Den Chuck Norris Gedenk-Roundhousekick könnt ihr aus unerfindlichen Gründen leider nur in den ersten 10 Stages durchführen. Schade, da er nämlich die Feinde praktischerweise auch gleich ein wenig zurückwirft.

Das ist kein Grafikglitch - wir haben den randalierenden Opa wirklich in den Boden gerammt!
Das ist kein Grafikglitch - wir haben den randalierenden Opa wirklich in den Boden gerammt!

So nah und doch so fern

Leider gibt es auch einige negative Aspekte. Ganz vorne ist die suboptimale Kollisionserkennung – seid ihr zu nahe am Gegner, schlagt ihr einfach vorbei bzw. könnt ihn nicht packen. Dooferweise ist das umgekehrt nicht so, sodass auf euch trotzdem eingeprügelt werden kann. Ebenfalls ist mir sehr negativ aufgefallen, dass Bop´n Rumble nach den ersten 10 Stages in einen Endlosmodus übergeht und sich die Levels einfach wiederholen. In späteren Levels ist es dafür schlichtweg unmöglich, sämtliche Kontrahenten innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits auszuschalten. Somit ist man gezwungen permanent bis zum Anschlag nach rechts zu laufen, um so Feinde zu überspringen. Da es nur eine Hand voll unterschiedlicher Gegner gibt, hat man nach ein paar Partien alles gesehen, was schnell zu Langeweile führen kann. Continues gibt es keine, dafür ist es möglich einzelne Stages bei Spielbeginn direkt anzuspringen.

Motorradfahrer können nur mit einem gezielten Sprungtritt ausgeschaltet werden.
Motorradfahrer können nur mit einem gezielten Sprungtritt ausgeschaltet werden.

Pixellent Memories

Damals

Bop´n Rumble war cool. Einfach durch die Straßen gehen und Leute verprügeln, welches Kind träumt denn nicht davon. Die witzige Darstellung der Moves und die großen Sprites haben sich genauso wie die passende Musik in mein Hirn eingebrannt. Dass hierbei irgendetwas politisch inkorrekt sein soll ist mir damals nicht aufgefallen. War auch eine andere Zeit. Und nein, ich will hier keine Diskussion über political correctness lostreten, geschweige denn in den Kommentaren sehen…


Heute
Auch heute ist Bop´n Rumble für eine kurze Partie lustig. Einfach mal Frust rauslassen und Leute vermöbeln – herrlich! Leider fallen die angeführten Schwachstellen heutzutage viel mehr auf als früher. Hätte man ein wenig mehr Energie in das Spieldesign gesteckt, hätte ein wirklich gutes Spiel daraus werden können. Nichtsdestotrotz sollte man diesen Titel einmal gespielt haben.

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1 Kommentar auf "Bop´ n Rumble (C64, 1987)"

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YesterPlay80
Gast

Oh, ein Bewertungskasterl! Du wirst ja immer professioneller! Wenn man sich dann allerdings die Kategorien anschaut… 😉

Also das Spiel ist definitiv cool, auch wenn es noch etwas Feinschliff hätte vertragen können. Aber Gorillaladies die Stirn ins Gesicht zu hämmern, alten Damen die Schubändel zuzuknoten und so zu Fall zu bringen und katanaschwingenden Opas, die ein bisschen wie Keith Richards aussehen die Ohren zu „verknubbeln“ ist auf jeden Fall etwas besonderes! 🙂 Das wäre so ein Kandidat den ich für ein Remake vorschlagen würde!

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