Herzog Zwei – eines der Spiele, die ich damals leider nicht besaß, sondern mir nur von einem Schulkollegen ausgeliehen habe. Ein Frühwerk der Echtzeitstrategiespiele – vor Dune II. Obwohl es teilweise unterbewertet wurde, war diese Perle ein gar nicht so schlechter Erfolg. Gottseidank, denn Technosoft hat uns dann später noch dein ein oder anderen Teil der actiongeladenen Thunder Force-Reihe beschert!

 

Lange dachte is, dass der Titel Herzog Zwei nur aus der Geilheit der Japaner auf die deutsche Sprache resultiert – und weil sich die Zwei cool anhört. Nun in gewisser Weise stimmt der erste Teil wahrscheinlich, das kann man nicht abstreiten. Im Zuge der Recherchen für diesen Artikel fand ich allerdings heraus, dass es doch tatsächlich einen ersten Teil für den MSX gab! Abgespeckt und schlechtere Grafik, aber gleiches RTS Spielprinzip – und das 1988.

Bildschirmfoto 2017 11 17 um 00.31.57 - Herzog Zwei (Sega Mega Drive, 1989)
Bildschirmfoto 2017-11-18 um 23.19.16

Tansformiert das Gewehr!

Herzog Zwei ist recht außergewöhnlich, da es sich von heute üblichen Echtzeitstrategiespielen durch einen besonderen Kniff abhebt. Nicht nur, dass Einheiten strategisch platziert werden mussten um dem Gegner den Gar auszumachen, konnte man sogar selbst aktiv am Geschehen teilnehmen! Als Coolness-Sahnehäubchen besteht die Möglichkeit der Transformation zwischen Jet und Mech – Groovy! Während man im Jet-Modus über die Karte düst, Hindernisse und Gewässer überfliegt, den gegnerischen Jet abschießt und Einheiten transportiert, ist dies als Mech logischerweise nicht möglich. Dafür ist der Blechsoldat mit einem Maschinengewehr ausgestattet, um gegnerische Einheiten zu zerstören. Aber Vorsicht: Geht euch der Sprit aus, fliegt ihr in die Luft und werdet zur Basis zurückgesetzt.

Habt ihr mal keine Einheiten dabei, transformiert ihr euch einfach mal kurz in einen Mech um Bodeneinheiten zu zerstören.
Habt ihr mal keine Einheiten dabei, transformiert ihr euch einfach mal kurz in einen Mech um Bodeneinheiten zu zerstören.

All your base are belong to us

Der Tod ist allerdings nur von kurzer Dauer und kostet euch Nichts – außer vielleicht wichtige und entscheidende Sekunden! Basenbau gibt es keinen, wohl aber Außenposten (Ähnlich wie bei „Z“), welche euch mit Energie versorgen, reparieren und Geld generieren können. Eingenommen mit einer Hand voll Infanteristen müssen diese nur noch verteidigt werden, da der Gegner natürlich das Gleiche vor hat. Die Einheitenvielfalt ist recht überschaubar, aber zur Erinnerung: wir schreiben das Jahr 1989.

Ebenfalls müssen den Einheiten – jeder einzeln – Befehle wie Angreifen, Patroullieren, Stehen oder Einnehmen zugeordnet werden. Direkt steuern könnt ihr die Einheiten nicht, denn einmal abgesetzt übernimmt die KI die Kontrolle.

Geht euch der Sprit aus oder nehmt ihr zu viel Schaden, zerlegt ihr euch ganz schnell in eure Bestandteile.
Geht euch der Sprit aus oder nehmt ihr zu viel Schaden, zerlegt ihr euch ganz schnell in eure Bestandteile.

Dumm schießt gut

Die Einheiten kommen übrigens nicht von Selbst aus der Werkstatt. Stattdessen muss jede einzelne Einheit von der Basis oder einem Außenposten abgeholt und zur Wunschposition gebracht werden. Dann macht sie sich aber mittels mehr oder weniger intelligentem pathfinding auf den Weg. Das klingt nun im ersten Augenblick vielleicht etwas Mühsam, ist aber spieldesigntechnisch nachvollziehbar – sonst würden die Partien nicht allzulange andauern, da die Hauptbasis recht schnell fallen würde. Ab und zu kommen unsere Minions mal nicht mehr weiter, beispielsweise wenn sie irgendwo hängenbleiben. In diesem Fall schreien sie um Hilfe und müssen von uns ÖAMTC(ADAC)-like geborgen werden. Auch fallen sie gerne einmal beim normalen patrouillieren in die Tiefe und schreien um Hilfe.

In diesem Menü könnt ihr Einheiten rekrutieren und habt auch gleich das ganze Geschehen im Überblick.
In diesem Menü könnt ihr Einheiten rekrutieren und habt auch gleich das ganze Geschehen im Überblick.

Geteiltes Bild ist halbes Bild

Wenn euch die Computergegner zu doof sind, ist Herzog Zwei wie auch schon der Vorgänger mit einem Split-Screen Multiplayer ausgestattet. Klar ist doof, wenn man sieht, was der Andere macht – ändert aber Nichts daran, dass der Multiplayer Spaß macht! Die Teilung des Bildes hätte aber etwas dezenter ausfallen können. Dieser Split-Screen ist übrigens bei Partien gegen den Computer optional, wodurch sich Anfänger die Basics einfach von der KI abschauen können. Leider ist die Grafik teilweise ein wenig mäh, was sich besonders bei den Menüs bemerkbar macht. Herzog Zwei wurde nie ein Sequel verpasst, aber wer wollte damals auch schon Echtzeitstrategie auf einer Arcade-Konsole spielen…

Herzog Zwei bietet sogar einen 2-Spieler Splitscreen Modus.
Herzog Zwei bietet sogar einen 2-Spieler Splitscreen Modus.

Pixellent Memories

Damals

Matthias, meinem Schulkameraden im Gymnasium, hatte ich zu verdanken, dass ich Herzog Zwei damals spielen konnte. Ich empfand es in den späteren Stufen rasch als recht schwierig, was ich heute durchaus nachvollziehen kann. Da es ein außergewöhnlicher Titel war, hat er mich aber schon damals fasziniert.


Heute
Heute spielt sich Herzog Zwei etwas…..schwierig……
Größtenteils, da man sich heutzutage etwas Anderes erwartet. Jede Einheit einzeln platzieren, keine Gruppenauswahl, keine Upgrades – das sind Sachen, die zumindest ich nicht mehr gewohnt bin. Aber OK, damals war das Genre Neuland, also kann man dies Herzog Zwei nicht ankreiden. Wohl aber die strunzdumme KI der Einheiten. Diese kann man einfach nicht in der Nähe von Schluchten alleine lassen, da sie wie Lemminge hinabstürzen. Nichtsdestotrotz sollte man es gespielt haben, denn auch wenn ich gerade etwas viel genörgelt habe, mag ich dieses Spiel.

Gameplay Video

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1 Kommentar auf "Herzog Zwei (Sega Mega Drive, 1989)"

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YesterPlay80
Gast

Die Japaner stehen scheinbar total auf das deutsche „ei“. „Zeitgeist“, „Einhänder“, „Panzer Dragoon Zwei“, „Suikoden Tierkreis“, etc. Keine Ahnung warum, vielleicht spricht es sich im japanischen einfach cool oder lustig aus.

„Herzog Zwei“ habe ich mal im Emulator angespielt, bin aber nicht so richtig warm geworden damit. Wobei ich mir generell mit Strategiespielen schwer tue, ich bin halt eher der Arcadespieler. „Thunder Force“ war dann definitiv schon eher mein Ding. 🙂

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