#PileofNothing – Phantasy Star II beendet!

#PileofNothing – Phantasy Star II beendet!

 

Vor Zwei Wochen lieferte ich euch den Zwischenbericht zur #PileofNothing Challenge Januar. Phantasy Star II war das RPG meiner Wahl, was für den Auftakt der Jahreschallenge vielleicht nicht die beste Entscheidung war. Mitte des Monats war ich nicht mal bei der Hälfte des Spiels angelangt. Da Videospiele erfahrungsgemäß mit zunehmender Spielzeit nicht unbedingt einfacher werden, kamen mir langsam Zweifel, ob ich dieses JRPG zeitgerecht beenden werde. Achtung, hier findet sich der ein oder andere Spoiler wieder!


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Grindiges Grinden

Tja, um bei Phantasy Star II weiter zu kommen, darf gegrindet werden. Nicht aber irgendein pipifax Grinden, welches nach 10 Minuten erledigt ist. Nein, hier muss man sich auf stundenlanges Xtreme-Grinden einstellen. Nach jedem Dungeon. Dies ist nicht unbedingt immer dem zwanghaften Aufleveln geschuldet, sondern den Wucherpreisen der Shops. Um eine wirklich gute Ausrüstung zu bekommen, könnt ihr schon mal Sparen. Eine Rüstung um 30.000? Theoretisch kein Problem, die Monsterhorden werfen doch eh im Schnitt 500 ab. Nur benötigt unser Held dann noch Stiefel, einen Helm und natürlich eine Waffe. So wie seine drei Mitstreiter auch…

Um den Frust noch ein wenig zu steigern stirbt uns in der Mitte des Spiels Nei weg. Unwiederbringlich. Die ganze Arbeit, das ganze Geld und die ganze Zeit, die wir investiert haben sind futsch. Inklusive aller Items, die Nei bei sich hatte. Aber es wird genügend Ersatz geliefert, der allerdings natürlich erst wieder aufgelevelt werden muss.

 

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Die Zombiehäschen mit herausquellenden Innereien gehören zu meinen Lieblingsgegnern

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Gegen Neifirst hat unsere Nei keine Chance – ihr Tod gehört zur Story


Multitalentierte Mitstreiter

An Kriegern mangelt es hier wahrlich nicht. Aus der Kombination Angriff/Verteidigung und verfügbarer Techniken (=Zaubersprüche), ergeben sich für jeden Einzelnen die jeweiligen Einsatzmöglichkeiten. Rudo zum Beispiel ist zäh und stark, dafür verfügt er über keinerlei Techniken. Ein typischer Tank eben. Shir bildet hier eine Ausnahme: Sie taugt im späteren Spielverlauf zum Kämpfen recht wenig, aber dafür kann sie stehlen. Nicht etwa von Gegnern während des Kampfes, sondern ganz dreist aus den Läden der Händler. Da sie manchmal auch seltene Items mitgehen lässt, zahlt es sich aus geduldig zu sein. Um sie zu “animieren” muss man das Geschäft einmal betreten und wieder verlassen. Beim Verlassen kann es nun sein, das Shir plötzlich verschwunden ist und zu Hause mit einem neuen Item auf uns wartet. Da dies zufällig geschieht, verbringt man gegen Ende des Spiels viel Zeit mit dem Betreten und Verlassen des Shops. Ganz unauffällig eben.


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Shir war wieder mal “spazieren”.


Freude oder Fiasko? Das Fazit:

Nun lesen sich meine Phantasy Star II Artikel, wie ein elend langes “mimimi, das Spiel ist gemein, mimimi”, aber das soll es nicht sein. Teilweise vielleicht schon, aber im Wesentlichen hatte ich meinen Spaß. Klar, dass mit keinem Wort beschrieben wird, was welcher Zauberspruch bewirkt ist suboptimal. Auch dass dem ursprünglichen Release keine Dungeon-Maps beilagen und allgemein eher Zurückhaltung bezüglich Erklärungen herrscht kann abschrecken. Betrachtet man dies allerdings nicht aus heutiger, verweichlichter, dashatmirkeinergesagt – Sicht, sondern stellt sich vor man spielt Phantasy Star II im Jahre 1989, sieht die Sache etwas anders aus. Da hat man eben noch erforscht und Maps selbst gezeichnet (Zugegeben, die späteren Dungeons wären auch damals schon kacke gewesen). Dies relativiert auch das stundenlange Grinden, denn hätte ich die Dungeons selbst erforschen und kartographieren müssen, wäre mir Extra-Grinden sicherlich erspart geblieben. Man hatte damals auch Freude am Experimentieren. Die Zaubersprüche sind nicht erklärt? Spitze, denn jede Neuerung wurde mit Spannung getestet!

Nur die Sache mit Shir und dem Stehlen ist die Idee eines sadisten. Herauszufinden, dass sie bei durchschnittlich einem von 10 Shopbesuchen ein mal etwas mitgehen lässt und dass es sich dabei teilweise um seltene Gegenstände handeln kann ist purer Zufall. Dies wird allerdings noch auf die Spitze getrieben, denn wenn Shir zumindest Level 10 erreicht hat, nimmt Sie (wieder per Zufall) bei einem Besuch des Lagerraums – einem Raum, der im Spielverlauf zumindest von mir sehr selten verwendet wurde – das Visiphone mit. Das Visiphone ist kein unwichtiger Gegenstand, denn dadurch kann das Spiel nicht nur in der Stadt, sondern jederzeit gespeichert werden!

Hervorheben möchte ich das abwechslungsreiche Gegnerdesign. Von der wildgewordenen Riesenwespe über Roboter bis zu den beiden Endgegnern sind die meisten Gegner wirklich nett anzusehen. Je nach Gruppenzusammenstellung ändert sich auch das Vorgehen gegen die Monsterhorden. Ebenfalls ist es ratsam, die Angriffstaktik an den Gegnertyp anzupassen, da Roboter gegen bestimmte Angriffe widerstandsfähiger sind als organische Monster. So werden – wären da nicht die unmenschlichen Intervalle – die Kämpfe nicht so schnell repetitiv.

Ich gebe zu, ich habe Phantasy Star II nicht nur mit Maps, sondern auch noch mit Guide durchgespielt, aber das macht Nichts. Ohne hätte ich nach ein paar Stunden entnervt das Handtuch geworfen, aber einen Durchlauf mit Unterstützung kann ich durchaus empfehlen.

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Die Dark Force kann die Kontrolle von jedem Teammitglied übernehmen.

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Das ist die böse Mother-Brain. Die Sau. Richtig ausgerüstet überraschend einfach.


Erleichterndes Ende

Am 28. Jänner 2018 spät Nachts habe ich Phantasy Star II durchgespielt, die Dark Force besiegt und Mother Brain in den Arsch getreten. Locker 20 Stunden Spielzeit habe ich in das Januarspiel der #PileofNothing Challenge gesteckt, aber endlich habe ich diesen Titel nachgeholt. Auch wenn ich meine Wahl nicht bereue – ein weiteres Mal spiele ich Phantasy Star II sicherlich nicht durch. Gar nicht wegen dem öden grinden und auch nicht wegen der permanenten Random-Encounter, sondern wegen der frustrierenden Labyrinth-Dungeons. Schade, denn Story, Grafik, Design und Länge können sich sehen lassen und haben mir sehr gefallen.

Im Februar sind übrigens Plattformer dran. Ich freue mich schon auf Rocket Knight Adventures – das sollte etwas entspannender ablaufen. Hoffentlich…


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Retrogamer, Kind der 80er und Vater, der alle Hände damit zu tun hat seinen Kindern klar zu machen, dass nicht alles Alte schlecht ist, sich Trends immer wiederholen und es auch seine Vorteile hat, älter als das Internet zu sein ;-)

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4 Kommentare

  1. Pingback: retropixels.at - Der #PileofNothing Februar mit Infernal Runner wird spritzig brutal

  2. evilseven

    Glückwunsch! Phantasy Star II steht bei mir auch noch irgendwann an. Bei meinem ersten Versuch bisher hatten mir die Labyrinthdungeons aber echt die Schweißperlen auf die Stirn getrieben.

    1. Retropixel
      Post author
      Retropixel

      Danke 🙂
      Die Dungeons haben es in sich. Ohne Maps hätte ich auch das Handtuch geworfen – man würde Wochen in den späteren Dungeons verbringen!

      1. evilseven

        Zum Glück habe ich mittlerweile das Phantasy Star II Hintbook, hoffe mal mit dem komme ich besser durch. Orientierung ist auch echt nicht meine Stärke, ich hab selbst für Shining in the Darkness Karten gebraucht, obwohl dessen Dungeons ja ein Kinderspiel sind im Vergleich zu Phantasy Star II.

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