THEC64 Mini meets Austria – Das ehrliche Review

THEC64 Mini meets Austria – Das ehrliche Review

 

Das Warten hat ein Ende – heute ist der THEC64 Mini pünktlich angekommen! Weils einfach dazugehört, habt ihr gerade zwar den millionsten Bericht, aber dafür einen ehrlichen ersten Eindruck vor Augen. Ohne nostalgische Einflüsse (nun ja, fast) biete ich euch einmal einen kurzen Überblick über die Funktionen und zeige euch was gut gelöst ist. Tja, und auch was eher ein ordentlicher Griff ins Klo ist.



Der Lieferumfang

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Zum Lieferumfang gehört nicht nur der Joystick, sondern auch ein USB und HDMI Kabel.

Wie ein kleines Kind zu Weihnachten riss ich ähnlich wie das SNES-Kid das Paket auf und entnahm die Schachtel des THEC64 Mini. Die Verpackung gewinnt zwar keinen Designpreis, ist aber trotzdem schön und funktionell. Aber ganz ehrlich: Ist die Verpackung nicht das Unwichtigste an dem Ding? Überraschenderweise liegt nicht nur ein USB Kabel, sondern auch ein HDMI Kabel dem THEC64 Mini bei! Ein im Design des alten C64 Handbuches gehaltener Quick Start Guide erklärt grob den Anschluss des Gerätes, sowie die Funktionsweise des Joysticks. Das Gerät selbst ist recht ordentlich verarbeitet und wirkt nicht billig.


Jetzt gehts los!

Aber schluss mit dem trockenen blabla – schalten wir den Mini einmal ein! Die Einrichtung geht recht flott (Sprache auswählen) und schon zeigt sich das wunderschöne Spielauswahlmenü. Die Aufmachung ist Fluch und Segen zugleich. Das entsprechende Spiel wird sowohl mit Screenshots, als auch Spielebeschreibung in der anfangs ausgewählten Sprache präsentiert. Ebenfalls schön finde ich, dass die Spieleauswahl mittels Anwahl des Spielecovers erfolgt. Da insgesamt satte 64 Spiele auf dem THEC64 Mini installiert sind, kann es etwas dauern bis ihr das ein oder andere Spiel erreicht. Hier wäre eine alternative Listenansicht schön gewesen. Die Optionen sind auf das Wichtigste reduziert: Auf die Auswahl des Tastaturlayouts der USB-Tastatur, welche nach Bedarf angesteckt werden kann und auf Das Bildformat: Hier kann zwischen PAL, NTSC und “optimale Pixelauflösung” jeweils mit oder ohne Scanlines gewählt werden. Die Scanlines selbst sind überraschend schön und verursachen keine Netzhautabösungen. Diese Option kann leider nicht während des laufenden Spiels, sondern nur im Auswahlmenü geändert werden.

 

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Das Hauptmenu mit Basic-blauem Hintergrund ist schick und bietet allerlei Informationen.



Ich möchte ein Spiel spielen!

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Vier Speicherslots stehen euch pro Spiel zur Verfügung.

Bei 64 Spielen fällt die Auswahl des ersten Spiels nicht leicht. Zwar fehlen Klassiker wie Turrican, Giana Sisters und Bubble Bobble (ich nehme mal an, dass dies Lizenz-, und folglich preispolitische Gründe hat), jedoch ist die Auswahl trotzdem recht abwechsungsreich. Eine komplette Auflistung spare ich mir aber, denn die findet ihr nämlich hier. Die Spiele selbst sind recht ordentlich emuliert und auch der Sound kann sich hören lassen. Klar kommt er nicht an den Sound echter SID-Chips ran, aber dafür haben wir ja auch neben den Mini einen echten Commodore64, oder? Probleme kann es allerdings bei der Steuerung geben. Leider ist ein gefühltes Input-Lag vorhanden, was allerdings gar kein Lag ist (mehr dazu später). Dies ist bei vielen Spielen egal, aber nur sofern keine schnellen Reaktionen gefragt sind. Gottseidank wurde auf eine Cheat-Funktion verzichtet. Damit frustrierende Spiele aber nicht zu frustrierend werden, oder ihr einfach eure Highscores speichern wollt, bietet der THEC64 Mini eine Komfortable Speicherfunktion. Per Knopfdruck stehen satte vier Slots pro Spiel zur Verfügung, welche zur besseren Übersicht als Screenshot dargestellt werden.


Damit kann ich meine Hausaufgaben machen!

Neben den 64 Spielen bietet der THEC64 Mini auch einen reinen Basic-Modus. Ja, genau: Blauer Hintergrund, hellblauer blinkender Cursor. Hier könnt ihr euch austoben und herumprogrammieren. Damit das Ganze nicht umsonst war, besteht natürlich die Möglichkeit zu speichern. Zwar nicht auf den internen Speicher, wohl aber auf einen USB-Stick. Netter Nebeneffekt: Auf diesem Wege können auf dem THEC64 Mini auch externe Spiele gespielt werden. Zwar muss die D64 Datei einen bestimmten Namen haben, was das Spielen von Multidiskspielen umständlich macht, aber das soll sich angeblich mit einem zukünftigen Firmwareupdate ändern. Da die Tastatur des Mini nur Deko ist, habt ihr zwei Möglichkeiten um Tasteneingaben zu tätigen: Entweder ihr benutzt die virtuelle Bildschirmtastatur (viel Spaß beim Programmieren damit) oder ihr schließt eine USB-Tastatur an.

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Im Basic-Modus kann sowohl programmiert, als auch externe Daten vom USB-Stick geladen werden.

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Bei Bedarf kann die virtuelle Tastatur eingeblendet werden, das Spiel läuft aber weiter.



I´ve got the magic Stick

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Der klappernde Ring des Joysticks nervt.

Wir kommen nun zu einem traurigen Thema, nämlich dem mitgelieferten Joystick. Pfui. Der Competition pro Klon erinnert unheimlich stark an den damals erschienenen DTV64, wirkt aber fragiler. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Joystick nicht allzulange halten wird, so billig fühlt sich das Plastik an. Ebenfalls ist er recht schwergängig und registriert Eingaben erst am Anschlag, wodurch der Eindruck eines Input-Lags entsteht. Hier könnte man für knapp 30 Euro (so viel kostet ein zusätzlicher Joystick) mehr erwarten. Für Zweispieler Spiele am Besten irgend einen USB Controller verwenden. Wer ohnehin schon einen USB-Competition pro sein Eigen nennt, ist sowieso schon bestens bedient (Anm. Wird derzeit nicht unterstützt). Besonders schlimm finde ich den losen Ring, welcher am Schaft des Joysticks angebracht ist, denn er stört (zumindest mich) ungemein. Der Joystick ist in meinen Augen eine Enttäuschung und passt qualitativ überhaupt nicht zum THEC64 Mini.


Fazit

Ich würde den THEC64 Mini jederzeit wieder kaufen (Nope). Das Gerät sieht sehr schick aus und macht somit auch Dekorativ was her. Die Spieleauswahl ist OK und der Funktionsumfang in Ordnung. Leider werden manche USB Controller, wie ironischerweise der USB Competition pro von Speedlink nicht unterstützt. Ebenfalls ist es nicht möglich, original C64 Joysticks mit USB Adapter zu verwenden, da der Joystick zumindest 8 Buttons haben muss. Ich kann absolut niemandem empfehlen, einen Extrajoystick des Grauens mitzubestellen. Ebenfalls wäre Wünschenswert gewesen, wenn eine der vielen Tasten des Joysticks generell mit Return belegt wäre, um Eintragungen in Highscores schneller überspringen zu können (Hat sich mit Firmware 1.0.6 bereits gebessert). Über einen eingebauten SID-Player hätte ich mich ebenfalls gefreut. Wer weiß, vielleicht wird das Teil ja einmal damit erweitert – ich bin auf jedem Fall schon auf zukünftige Updates gespannt!

 

Update:

Nach ein paar Tagen Testen ist die anfängliche Euphorie relativ schnell wieder verflogen.Warum? Dies hat primär zwei Gründe:

Erstens einmal, weil es doch recht umständlich ist, externe D64 images auf den mini zu laden. Eine Diskette pro USB Stick. Aber das soll sich ja noch ändern. Zweitens – und das ist der wirklich ausschlaggebende Punkt – versaut mir das Input-Lag den Spaß am Spielen. Ich habe mit verschiedenen Basteleien versucht, die mechanisch verursachte Verzögerung zu beseitigen, aber leider nur mit mäßigem Erfolg. Dass der Support die Schuld meinen 2 Fernsehern gibt (mit welchem es bei keiner anderen Konsole Probleme gibt) ist genausowenig hilfreich wie der Fingerzeig auf Nintendos Minis, bei welchem das gleiche Problem auftreten kann. Die Nintendo Minis interessieren mich nicht, was soll das, lieber THEC64 Support? Ich bin ganz ehrlich kurz davor das Ding wieder zurückzuschicken, denn was bringt mir eine Konsole, auf welcher ich viele Spiele nur unter erschwerten Bedingungen spielen kann? Also: Überlegt euch gut, ob ihr das Risiko eingehen wollt. Laufen die Nintendo Minis bei euch problemlos, wirds wahrscheinlich auch mit dem THEC64 keine Probleme geben. Habt ihr diese Testmöglichkeit nicht, kauft den mini in einem Shop, in welchem ihr das Teil problemlos wieder zurückbringen könntet.

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Über den Autor

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Retrogamer, Kind der 80er und Vater, der alle Hände damit zu tun hat seinen Kindern klar zu machen, dass nicht alles Alte schlecht ist, sich Trends immer wiederholen und es auch seine Vorteile hat, älter als das Internet zu sein ;-)

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