Chuck Norris Superkicks (Atari 2600, 1983)

Chuck Norris Superkicks (Atari 2600, 1983)

Und wieder einmal stöbern wir in den Tiefen der Videospielkloake und ertasten am Grund einen Cartridge. Es ist nicht irgendein Cartridge, nein, er fühlt sich irgendwie größer an…..

 

Und so ist es auch: Wir ziehen das Modul an Land und erblicken….Artillery Duel? Waaaaas? Keine Sorge, es handelt sich um einen Double Ender von Xonox. Nicht nur das geniale Artillery Duel befindet sich auf diesem Modul, sondern auch der Grund, warum dieser Cartridge geschreddert und anschließend verbrannt werden sollte. Steckt man das Modul andersrum in den Atari, kommt genau das aus dem Ding heraus, was man sich von einer Kehrseite erwartet. Ein Spiel wie es belangloser nicht sein kann. Null Inhalt, keine Story und kein Wiederspielwert. Aus diesem Grund habe ich die pipifax Story und das komplette Gameplay etwas ausgebaut und in eine Geschichte voller Wendungen gepackt – viel Spaß beim Lesen!

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Vor genau 20 Jahren…

Mexikos kriminellstes Superhirn El Coyote verübte unzählige, böse Verbrechen. Nein, sie waren nicht nur böse, sie waren sogar ……. sehr gemein! Auf Außendienst als Freveltourist im fernen Japan möchte er Milch mit genmanipulierter Laktose im Umlauf bringen und damit eine Armee von hörigen Mutantensoldaten zu schaffen. Nur einer sollte ihn stoppen können: Major Scott McCoy und sein Team!

 

Leider wurde sein Team erschossen und Major Scott McCoy vom abgrundtief bösen El Coyote entführt. Tang Lung, der Außenkorrespondent der Anti-Terror-Laktose-Einheit-Deutschland (ATLED) schlug sofort Alarm und rief den Spezialisten Max Donigan – der allerdings aufgrund seines Afrikaurlaubes leider keine Zeit hatte.

Diese Herrschaften blocken Chucks Tritte - Faustkampf ist also die Devise.
Diese Herrschaften blocken Chucks Tritte - Faustkampf ist also die Devise.

Das könnte gefährlich werden…

Nun lag es mangels Fachpersonal an Chuck Norris himself, dem Milchzuckermissetäter das Handwerk zu legen, den Major zu befreien und die Reinheit des weißen Goldes zu wahren. Der Helikopter schwebte über dem Missionsziel, einem Kloster. Bei den Zielkoordinaten C12 H22 O11 wollte Chuck zu einem Fallschirm greifen, als er plötzlich in die Mündung einer Handfeuerwaffe blickte. Der Pilot, offensichtlich ein Handlanger von Coyote, zwang Chuck ein Glas Gen-Milch zu trinken. Doch mit einem konnte er nicht rechnen: Durch Chuck Norris´ Laktoseintoleranz wehrte sein Körper die bewusstseinsveränderten Teile der Genmanipulation ab und nahm nur die Mutationsgene auf, wodurch Chuck Norris superheldenartige, übermenschliche Kräfte verliehen wurden!

Der nie endende Endkampf im Kloster. Blöd für die Geisel, und auch dem sehr dürftig vorhandenen Spielespaß
Der nie endende Endkampf im Kloster. Blöd für die Geisel, und auch dem sehr dürftig vorhandenen Spielespaß

Chuck stürzte aus dem Helikopter 1940 Meter in die Tiefe und schlug ungebremst am Boden auf. Er richtete sich auf, renkte seine Nackenwirbel mit lautem Knacken ein und machte sich auf den Weg zum nur noch sieben Bildschirm entfernten Kloster. Doch nun machte sich auch die Kehrseite seiner Laktoseintoleranz bemerkbar und verhinderte seinen Ninja-Stealth-Modus: Mit jedem Schritt flatulierte er dermaßen, sodass sogar Joseph Pujol neidisch geworden wäre. Ebenfalls musste er die Klostertoiletten in spätestens 6 Minuten erreichen, da seine Darmtätigkeiten sonst eine Katastrophe von biblischem Ausmaß auslösen könnten. Auf ein Mal tauchten Coyotes Laktosezombieschergen auf.

Du kämpfst wie eine Kuh!

Er prügelte wie ein Bulldozer auf den ersten Milchmutanten ein, doch dieser zeigte sich unbeeindruckt und rempelte Chuck einfach um. “Die Transformation der DNA wirkt sich auf jeden unterschiedlich aus”, dachte sich Chuck und suchte den Schwachpunkt des Kontrahenten, während er den Matrix-Zeitlupenninjasternen der Schergen auswich. Da war er! Da die Beine völlig ungeschützt waren, reichte ein Tritt um ihn zu liquidieren. Bei einem weiteren war es genau umgekehrt – Tritte halfen Nichts, aber dafür genügte ein Schlag gegen den Oberkörper. Die Zombies fielen zu Boden und Chuck wanderte weiter. Als sich der Pfad in drei Wege teilte wählte er den rechten. Doch seine Wahl war….schlecht.

Ein Baum...diese Schweine! So wendig dürfte Chuck dann doch nicht sein, denn  rüberklettern geht nicht.
Ein Baum...diese Schweine! So wendig dürfte Chuck dann doch nicht sein, denn rüberklettern geht nicht.

Chuck und die Pflanze

Ein Baumstamm versperrte seinen Weg. Ein unüberwindbares Hindernis. Auch an ein Vorbeigehen war nicht zu denken, denn hierfür müsste er die Grünflächen betreten. Als Karnivore der Stufe 178 konnte er es einfach nicht verantworten, einen Grashalm zu knicken. Also drehte er um und nahm diesmal den richtigen Weg. Plötzlich verspürte er ein brennen, welches sich wie eine Feuerwalze seine Beine hinab zog. War es schon zu spät? Ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass er noch etwas Zeit übrig hatte, denn mit jedem Abschnitt schien er eine Minute gewinnen zu können. Es war ein Mutationsschub wodurch er nun in der Lage war, einen Summersault Kick durchzuführen!

Mmmmhhhh, das schmeckt!
Mmmmhhhh, das schmeckt!

So kämpfte er sich Bildschirm für Bildschirm vor und betrat das Kloster für den finalen Kampf. Im Dunkel zeichnete sich eine bekannte Silhouette ab. “Major?”, rief Chuck. Die Silhouette kam lachend und langsam applaudierend näher. “Willkommen in der Welt von Morgen! Meine Arbeit ist getan. Bis bald!”, verhöhnte Major unseren Helden. Es war eine Falle, der Major steckte mit Coyote unter einer Decke und war der eigentliche Drahtzieher in Japan.

 

Nachdem der Major geflüchtet ist, wurde Chuck von dem indischen Superninja Mi Singh und Ina K. Tion begrüßt. Tapfer schickte Chuck beide mit seinem Summersault-Kick ins Jenseits. Was er jedoch nicht Ahnen konnte: Durch die Trennung der Beta-1,4-glycosischen Bindung der Laktose konnte Coyote unzählige Klone der Beiden herstellen, welche in der Lage waren sich unsichtbar zu machen! Klon für Klon wurde von Chuck zerlegt, doch es waren zu viele. Ein lautes Blubbern ertönte aus Chucks Darmregionen, gefolgt von einem Fäkalstrahl, der sogar Diamanten entzweien konnte. Durch eine glückliche Fügung wurde der flüchtende Major von diesem Strahl getroffen, welcher in seine rechte Augenhöhle eindrang und seinen Kopf durchbohrte. Später haben Nachforschungen ergeben, dass Chuck Norris über das seltene Shai Zen-Gen verfügt, welches die abnorme Mutation schon infizierter Personen rückgängig machen kann. Ein Esslöffel Chucks Dünnpfiff täglich – hilft gegen jede Art von laktoseindizierten Mutationen. Doch was ist mit El Coyote? Ist er davongekommen? Wird es ein Superkicks 2 geben? Warum ist der Schwachsinn dieser Story so ausgeufert und warum stelle ich diese dämlichen Fragen am Ende der Geschichte?

Keine Ahnung, aber mehr davon wenn ihr mich wiederseht, ihr müsst unbedingt gucken wies weitergeht!

Fazit

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Chuck Norris Superkicks hat nicht umsonst später den Namen “Chuck Norris” verloren. Die Steuerung ist ein Graus, der Sound…naja… und die Grafik geht für Atari2600 Verhältnisse noch (Dass die C64 Version genauso aussieht ist ein anderes Thema). Aufgrund der Sache mit dem zufällig versperrten Pfad mittels Baumstamm hängt der “Erfolg” sehr viel vom Glück des Spielers ab, denn liegt man drei mal daneben, hat man schon zu viel Zeit verloren. Die Krönung des Disasters ist, dass man Chuck Norris Superkicks nicht durchspielen kann! Der Ninja-Sturm am Ende hört nicht auf – blöd für die Geisel…

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Über den Autor

Retrogamer, Kind der 80er und Vater, der alle Hände damit zu tun hat seinen Kindern klar zu machen, dass nicht alles Alte schlecht ist, sich Trends immer wiederholen und es auch seine Vorteile hat, älter als das Internet zu sein ;-)

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2 Kommentare

  1. YesterPlay80

    Äääääääähhhhm… ja. Auch wenn Du, wie Du so gerne betonst, damals ja sonst nichts hattest, Fantasie hast Du auf jeden Fall. Reichlich! Auch wenn ich schwören könnte die Story (irgendwas mit Bösewichten und Dünpfiff) schon aus irgendeinem Steven-Segal-Film zu kennen. 😉

    Ich habe mir zuerst das Video angesehen und dachte mir noch, für A2600 sieht es gar nicht so übel aus, aber wenn die Steuerung wirklich so mies ist ist das natürlich eine andere Geschichte. Schade eigentlich, es sieht ansonsten, wie gesagt, nicht so übel aus und hätte einen ganz passablen Vorläufer von Final Fight, Streets Of Rage und Konsorten abgeben können.


    1. Post author
      Retropixel

      Das Problem neben der Steuerung ist, dass der Erfolg des Spielers zu einem guten Stück vom Glück abhängig ist. Zum Einen wegen der versperrten Pfade, zum Anderen wegen der teils unfairen Spielmechanik. Man kann nicht abschätzen wann ein Gegner eine Kehrtwende macht, also kann es (aufgrund Chucks geringer Reichweite) durchaus sein, dass man einen Gegner verfolgt, er aber umdreht und Chuck niederrempelt – wenn er dann noch einen Ninjastern wirft, wars das. Passiert recht oft, sieht man aber im Video nicht, da sind auch recht viele Schnitte drin 😉

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